Highspeed-3D-Messtechnik auf der Hannover Messe 2019

Interaktive Kugelwand sorgt für Begeisterung

Fraunhofer IOF / 16.4.2019

Mensch und Maschine werden einander bei der Arbeit zunehmend unterstützen. Damit Abläufe effizient sind, muss die Maschine ohne Zeitverzögerung auf den Menschen reagieren. Dank ausgefeilter Highspeed-3D-Messtechnik und -Sensorik ermöglichen Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF diese Echtzeit-Interaktion. Wie dies in der Praxis funktioniert, demonstrierten sie vom 1. bis 5. April 2019 auf der Hannover Messe am Beispiel einer interaktiven Kugelwand. Diese reagiert dreidimensional, berührungslos und umgehend auf jede Bewegung der davorstehenden Personen und erhielt auf der Messe großen Zuspruch von den Besuchern.

Mensch und Maschine werden einander bei der Arbeit zunehmend unterstützen. Damit Abläufe effizient sind, muss die Maschine ohne Zeitverzögerung auf den Menschen reagieren. Dank ausgefeilter Highspeed-3D-Messtechnik und -Sensorik ermöglichen Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF diese Echtzeit-Interaktion. Wie dies in der Praxis funktioniert, demonstrierten sie vom 1. bis 5. April 2019 auf der Hannover Messe am Beispiel einer interaktiven Kugelwand. Diese reagiert dreidimensional, berührungslos und umgehend auf jede Bewegung der davorstehenden Personen und erhielt auf der Messe großen Zuspruch von den Besuchern.

Gestensteuerung steht für die nahtlose Schnittstelle von der Maschine zum Menschen – immer mehr Maschinen, Roboter und Geräte reagieren auf einen Fingerzeig. Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer IOF in Jena heben die Mensch-Maschine-Interaktion auf eine neue Stufe: Die im Forschungsvorhaben 3D-LivingLab (siehe Schaukasten rechts) entwickelte Highspeed-3D-Messtechnik und -Sensorik ermöglicht sogar die Erfassung und Steuerung von komplexen Bewegungen – und das in Echtzeit.

Auf der Hannover Messe 2019 demonstrierte das Forscherteam die gestenbasierte Mensch-Maschine-Interaktion am Beispiel einer Wand aus 150 Kugeln, die jede Kopf-, Arm- und Handbewegung eines davorstehenden Menschen in 3D kopiert. Die Kugelwand formt quasi ein Abbild der Körperbewegungen. Sie reagiert in Echtzeit dreidimensional, berührungslos, verzögerungsfrei und für den Menschen irritationsfrei.

Großes Interesse für die 3D-Messtechnik

Unsere 3D-Messtechnik mit der ca. 1,90 Meter hohen Kugelwand war ein echter Publikumsmagent – die ungewohnten Bewegungen der Kugeln und die Interaktivität unseres Messeexponats zog viele Messebesucher an und sorgte für Begeisterung. Die intuitive Bedienung ließ die Besucher schnell mit der Kugelwand interagieren und verschiedenste Gesten und Körperbewegungen zur Steuerung der Bewegung ausprobieren. Darüber hinaus freuten wir uns auch über den Besuch des Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Reimund Neugebauer und des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow die ebenfalls die vom Fraunhofer IOF entwickelte Highspeed-3D-Messtechnik und -Sensorik in Aktion erleben wollten.

Arbeitsabläufe werden enorm vereinfacht

Das System setzt sich aus mehreren Modulen zusammen: 3D-Sensorik, 3D-Datenverarbeitung und Bildfusion sowie dem Aktorsystem – der eigentlichen Kugelwand, die aus 150 Einzelaktoren besteht. »Hinter dem vermeintlichen Spielzeug steckt Cutting-Edge-Technologie. Die 3D-Echtzeit-Erfassung und Steuerung multipler Gesten ohne Tracking-Sensoren kann Arbeitsabläufe radikal vereinfachen – von Produktionsszenarien bis zur Gesundheit und Sicherheit«, sagt Dr. Peter Kühmstedt, Wissenschaftler und Gruppenleiter am Fraunhofer IOF.

Das Demonstrator-System reagiert auf das Verhalten des Menschen, erfasst komplexe Bewegungen wie Gestik und körperliche Aktionen und gibt in Realtime ein Feedback durch technische Aktorsysteme, die die elektrischen Signale in eine Bewegung der Kugelwand umsetzen. Die Steuerung der Aktorik erfolgt durch die Körperhaltung. Eigens entwickelte spezielle Algorithmen ermöglichen es, aus der menschlichen 3D-Bewegung eine Steuerung der Aktorik anzustoßen und damit die Bewegung der Kugeln auszulösen. »Wir zeigen damit sehr schnelle Messtechnik – die Daten werden durch eine neue Generation von 3D-Sensoren aufgenommen –, sehr schnelle latenzarme Verarbeitung – die Daten werden sofort interpretiert und umgerechnet – und die schnelle Reaktion in Echtzeit – die Kugelwand spiegelt anhand der Berechnungsergebnisse sofort die Bewegung der davorstehenden Person«, so der Forscher. In Produktionsumgebungen lässt sich die Technologie beispielsweise einsetzen, um einen Werker zu überwachen, der mit einem Roboter interagiert und ihm Bauteile reicht. Sie kann auch auf andere Anwendungsfelder wie die der Gesundheit und Sicherheit übertragen werden und die dortigen Abläufe sicherer und effizienter gestalten. Denkbar ist der Einsatz der 3D-Sensorik und der Interaktionskomponenten in Montageassistenz-, und Qualitätskontrollsystemen, sie qualifiziert sich zudem für die Überwachung biometrischer Zugänge.